#1 Was war eigentlich los?

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Vielleicht haben sich viele da draußen gefragt, was bei mir los war und wieso es viele Monate keine Comedy-Auftritte mehr gab und es plötzlich sehr ruhig um mich wurde…

Nun gut, es wird Zeit darüber zu sprechen, gerade, weil ich damit ein neues Betätigungsfeld gefunden habe, das mich im Leben endlich wieder ein Stück nach vorne bringen kann.

Wer mich und meine Aktivitäten verfolgt hat, der weiß, dass ich immer sehr viele Felder gleichzeitig bedient habe. Ich war und bin als Sänger mit meiner A-Cappella Gruppe Six Pack unterwegs, hab eine private Musikschule betrieben und dort Gesang und Schlagzeug unterrichtet, sowie eine relativ erfolgreiche Comedy-Karriere in Gang gesetzt. Dazu bin ich ein getrennt lebender bzw. geschiedener Vater und hatte auch abseits der Arbeit immer alle 4 Herdplatten gleichzeitig auf Vollgas.

Nachdem ich meine Selbstständigkeit irgendwann leider nicht mehr ausüben konnte, hatte ich einen Vollzeitjob im Kundenservice angenommen, bei dem ich ebenso mit viel Herzblut und Leidenschaft am Werk war.. ich habe einfach über einen langen Zeitraum versucht, überall 100% zu geben und Signale, die mir mein Körper regelmäßig gab, völlig missachtet – bis es final nicht mehr ging und ich die dunkelgelbe bis rote Karte bekam. Die Schmerzsymptome wurden immer stärker und mein Körper geriet zusehends immer mehr aus dem Takt – bis ich bei einem öffentlichen Auftritt und später auch auf der Arbeit einfach umkippte.

Lange Zeit hatte ich natürlich keine Ahnung, was es eigentlich ist, das mich hier so ausknockt.. nach einem Generalcheck bei sämtlichen Ärzten der Welt, wusste ich dann zumindest, wie „es“ hieß. Ich hatte also das Fibromyalgie-Syndrom (allein es auszusprechen, bereitet schon im Ansatz Schmerzen.. ), übersetzt bedeutet das: „Muskel-Faser-Schmerz“ und drölftausend andere Spaß-Symptome. Dazu gesellten sich irgendwann schwere seelische Tiefpunkte, die mir so zusetzten, dass ich gar nicht mehr konnte und wollte.

Ja, hört sich jetzt alles ein bisschen nach D-Moll an, was es zu Beginn mit Sicherheit an vielen Punkten auch war. Mittlerweile kann ich Euch aber sagen (und das war tatsächlich nicht leicht), dass ich über den Punkt des Selbstmitleids hinaus bin und die Umstände in vielen Punkten akzeptiert habe. Ich versuche, dieses neue Leben einfach so zu nehmen, wie es ist.
Weniger Belastbarkeit, weniger Tempo, Achtsamkeit, Prävention (da bin ich der absolute König – NICHT!), nur noch 5 Kinderriegel pro Tag …(wtf!)

Nun stand und stehe ich am Neuanfang und mir ist bewusst, dass eben alles mit Geduld passieren muss und ich nicht mehr ganz so unverwundbar bin, wie ich einmal dachte.

Ich kann mich aber auch glücklich schätzen, ein wunderbares Umfeld zu haben, das mich von allen Seiten unterstützt – angefangen bei meinen lieben Kids, unserem Hund FRANZ (der mich ab und an in den Wahnsinn treibt, aber damit gleichzeitig meinen Puls positiv hochfährt..) sowie meiner bezaubernden Lebensgefährtin Eva, ohne die ich es teilweise nicht mal mehr auf’s Klo geschafft hätte (LOVE).

Aus dieser neuen Position heraus, entstand in mir der Wunsch, über das Thema zu schreiben (ja ich weiß, es heißt bloggen…), Menschen, die selbst in irgendeiner Form betroffen sind (sei es aktiv oder passiv) zu informieren, wie so ein Alltag funktioniert und vor allem zu motivieren, dran zu bleiben und nicht den Humor zu verlieren. Auch und gerade dann, wenn man mal den Lichtschalter nicht mehr findet. Meine Seite ist bereits in Arbeit und geht in den nächsten Wochen an den Start.

Es wird viele Tipps geben…Übungen, Meditation, mein Weg zurück zum Sport (dieser Weg wird kein leichter sein ), Dinge im Alltag umsetzen, die mir gut tun, achtsam bleiben usw..

Zudem wird das nächste Ziel sein, meine Erfahrungen und Tipps in Vorträge zu packen (und ihr könnt sicher sein, dass es nicht nur ernst wird, sondern auch ganz schön spaßig…).

Fibromyalgie und der ganze Summs an Symptomen ist natürlich nicht die geilste Sache der Welt. Ein schlechter Tag steht einem üblen Kater in nichts nach (und ich spreche hier nicht von einem Kater nach nem Kindergeburtstag – sondern von einem Atomschlag der Marke Schädelsprenger Export). Allerdings hat man dir zusätzlich noch eine Bleikugel an den Fuß gebunden und sagt dir, dass der Morgenkaffee gestrichen ist.

Aber lasst euch eins gesagt sein: Ich werde mich davon nicht unterkriegen lassen – immerhin habe ich die Weltvorräte an Ibuprofen und Novalgin aufgekauft und bin somit schwer bewaffnet (warum habe ich da immer noch keinen Sponsorendeal?)

Meine Intention hinter dem Ganzen ist es, nicht nur die Betroffenen aufzufangen und zu motivieren, sondern auch die Freunde, die Angehörigen und Lebenspartner ins Boot zu holen (die haben es nämlich nicht leicht mit unserem Gejaule…).

Und ja, es wird auch weiterhin den Sänger, Musiker und Comedian geben, aber ich werde vielleicht etwas ausgewählter agieren und nicht mehr für eine 5 Minuten Show nach Timbuktu fahren, auch wenn das Wurstbrot als Gage immer verlockend ist.

Ich wünsche euch einen schönen, sonnigen und schmerzfreien Tag.

Euer Chris Strobler

Chris Strobler

Chris Strobler ist ein Musiker, Comedian und Booking-Agent aus dem fränkischen Bamberg.

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