Druck von Außen oder „Du musst jetzt aber langsam mal was machen!“

Jetzt mal ehrlich und frei von der Leber weg:

Wenn es eine Sache gibt, die du in einer schwierigen Lebenssituation gar nicht brauchen kannst, dann ist das Druck von Außen. Die „lieb“ gemeinte Erinnerung, dass du langsam wieder in Bewegung kommen musst und es ja mal „Zeit“ wird, schmeckt dir dann ungefähr so gut wie ein abgefahrener Autoreifen. 

Keine Angst. Wer mich kennt, der weiß, dass das hier kein Gebashe gegen andere Menschen gibt. Nein, es geht um DICH und die Menge an Macht, die DU anderen Menschen gibst, über dein Leben und deine Angelegenheiten zu bestimmen. 

Wenn du es mal offen und ehrlich betrachtest, nervt das doch ohne Ende, right?

Ich sag es jetzt mal platt und einfach: Mach dich frei davon! 

Klingt erstmal so, als wäre das total easy und überhaupt kein Ding, obwohl es natürlich ein paar Stufen komplizierter ist. 

Wahrscheinlich fragst du dich gerade: „Whaaaat, warum soll ICH mich ändern und nicht die anderen? Kann ich denn nicht einfach erwarten, dass die mich mit ihrem Gelaber in Ruhe lassen?“

Okay, verstehe ich schon, aber schau mal, was leichter ist…

Wenn du versuchst, die Welt und alle Menschen darin zu ändern oder wenn du selbst ein paar Schritte machst, die es dir wahrscheinlich sehr viel einfacher machen werden? Du kannst natürlich erwarten, dass die Menschen damit aufhören werden und dass es doch „ein Mindestmaß an Verständnis“ geben wird. Nun ja, kann man schon machen. Wenn du allerdings genau hinsiehst, liegt in dem Wort „erwarten“ schon das andere entscheidende Wort: „Warten“ – genau das wirst du dann auch.

Weißt du, was ich denke?

Ich denke, dass die Reaktionen der Menschen einfach tief in uns verankert sind. Es steckt  in unserer DNA, dass wir abgesichert sein möchten und einer Aufgabe nachgehen müssen, um Geld zu verdienen, um dann irgendwann den „Olymp“ der Gesellschaft zu erreichen. Wenn du gerade nicht in diesem Kreislauf mit schwimmst, können das deine Mitmenschen einfach schwer ertragen, da sie auch nicht aus ihrer Haut können. Deswegen versuchen sie halt zu sagen, was man eben dann so sagt. Sehr wahrscheinlich ist das null böse gemeint. 

Die Sache ist leider: Du wirst davon getroffen und dir pocht die Halsschlagader, während du im Hintergrund die Melodie aus dem Film „Psycho“ hörst und am liebsten laut SCHNAUZE schreien möchtest. Weißt du warum: Weil du es im Grunde selbst nicht gut ertragen kannst und dein schlechtes Gewissen hochkommt, da du ja gerade (vermeintlich) nichts zur Gesellschaft beiträgst. Du fühlst dich faul, obwohl dir völlig klar ist, dass du viel zu lange nicht faul warst und immer brav abgeliefert hast. Wieviele Jahre hast du schon unter Druck und Schmerz dein Leben gelebt. War nicht so geil, oder? 

Also tu mir einen Gefallen und suche dir einen Hebel, der anderen die Macht nimmt. 

Mein Tipp lautet: Mach dich weniger angreifbar. Damit meine ich ganz und gar nicht, dass du nicht offen sein solltest, ganz im Gegenteil. Mach dir klar, wo du gerade stehst, wie du dich fühlst und wohin du möchtest. Dann leg dir ein paar Tools in den Werkzeugkasten, die verhindern, dass das Gerede auf deiner Magenschleimhaut landet. 

Frage dich doch mal: Was brauche ich wirklich, um zu leben? Was kann alles weg? Wie komme ich damit klar, dass alles in geringerem Maß vorhanden ist und schaffe ich es, dennoch happy zu sein? Was ist mir wirklich wichtig? Du stehst bei dir selbst nämlich ganz oben! Wenn du auf eine gewissen Art damit klar kommst, dass deine Situation ist, wie sie eben ist und du auch mit dem Verzicht auf Dinge leben kannst, wird’s leichter.

Wenn du klar sagen kannst, dass du gar kein Leben mehr anstrebst, dass nach den „normalen“ Normen geführt wird und es dir auf Dinge ankommt wie: du selbst sein, auf dich zu achten, Gefühle zu äußern und dein Tempo als Dax für dich selbst anzusetzen. Vielleicht kommt es dir auch mehr auf Liebe und Menschlichkeit an und du

stärkst dein Mindset dadurch, dass du deinen Fokus auf Sachen legst, die dir gut tun?

Überleg mal: Kann es nicht sein, dass du jetzt an einem gewissen Punkt angekommen bist, WEIL du nach den Regeln gespielt hast oder dich an all das halten wolltest, was dir vorgegeben wurde? Wie schwer wurde es für dich, als dir klar wurde, dass das nicht deine Baustelle und dein Leben ist? Was ist besser? So schnell wie möglich wieder im Rad zu landen, um es den Druckmachern Recht zu machen oder deine eigene Veränderung in Betracht ziehen und für etwas zu stehen, dass du deutlich vertreten kannst. 

Die Option für dich ist: Ändere dein Mindset und lass die Druckmacher ins Leere laufen – dabei musst du nicht ätzend sein, mach einfach einen eleganten Schritt in die andere Richtung.

ACHTUNG – falls dir jetzt der Gedanke kommt, dass du manchen Menschen etwas schuldest und deshalb genau das tun musst, was man von dir erwartet, gebe ich dir folgenden Satz mit:

Niemand hat das Recht, über dich zu bestimmen und dir Druck zu machen. Niemand darf mit seinem Finger vor deiner Nase rumwedeln. Niemand.

Dabei gehe ich davon aus, dass du deine liebsten Menschen und Lebewesen im Herzen trägst und fühlst, wer wichtig ist und wer eben nicht. 

Natürlich bedeutet das alles nicht, dass du zu einem undankbaren und restlos egoistischen Mutanten werden sollst. Das wird dir eh nicht passieren, wenn du dir bisher viele Gedanken zu diesem Thema gemacht hast. Aber hey: Werde kreativ und such dir deine Denkweise, die dich stark und gelassen werden lässt. Fang einfach bei dir an und schau mal, wofür du stehst – dann geht dir nicht so schnell die Luft aus und du hast einiges in der Schublade. Wäre doch ganz cool, oder?

Ich freue mich auf dein Feedback und ein paar konkrete Fragen dazu.

LoVe

Chris 

Chris Strobler

Chris Strobler ist ein Musiker, Comedian und Booking-Agent aus dem fränkischen Bamberg.

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