#12 – Warum manchmal der Mut fehlt …und wie du deinen inneren Mistsack überlisten kannst.

Moin ihr lieben Menschen,

in den letzten Monaten ist unglaublich viel Content in meine Social-Media Kanäle und in meinen Kurs geflossen, da blieb der Blog leider ein bisschen hinter dran, was sich jetzt aber wieder ändern wird – der direkte Kontakt macht zwar immer sehr Spaß – aber den können wir hier genauso und für ALLE haben.

Heute ist wieder mal das Thema „Mut“ in meinem Fokus gelandet, denn ich höre so oft in etwas diese Sätze: „Chris, ich würde ja gerne, aber ich kann nicht. Mir geht es leider so mies, ich fühle mich down und habe jeden Tag so eine Qual, aber ich komme nicht raus aus der Nummer. Mir fehlt die Energie, der Mut und meine innere Stimme bequatscht mich – was würdest du denn da tun?.“ In dem Moment wäre es natürlich angenehm, wenn man der Person viel Verständnis entgegenbringt, besser ist dann dennoch, direkt eine Möglichkeit der Lösung anzubieten (ja, ich weiß, meine Möglichkeiten sind manchmal so ein bisschen schräg…). Viel Verständnis ist zwar immer ehrenhaft, hilft einem aber nicht unbedingt aus der Situation. Hier im Blog hole ich weiter aus und gehe mal an die Sache mit dem Verständnis…

Aus der Perspektive würde ich nämlich sagen: „Ja, ich kenne das auch aus meiner Vergangenheit und aus so mancher dunklen Stunde! Oh ja, ich kenne es zu gut und habe über die Jahre mehr innere Fights und Gespräche geführt, als deutsche Rapper Schimpfwörter in ihre Hits blubbern können. Ich kenne den inneren Mistsack, der dir schön in die offene Wunde bohrt und dabei genüsslich lacht. 

Du wachst morgens auf und weißt schon, dass es heute nicht besonders cool für dich werden wird. Dazu brauchst du drei Nanosekunden, denn die Schwere ist schneller da, als der Geist im Tag angekommen ist – es ist mal wieder eine der wohl bekannten Phasen, die wir alle kennen.

Dann wünschst du dir, du könntest fröhlich und unbeschwert aufstehen und erinnerst dich an die guten alten Zeiten. Damals, bevor die Cowboys ankamen und die Gummistiefel noch aus Holz waren, war alles noch im Lot (Sorry, der musste sein!). Keine schlechte Phasen, keine Schwere, keine Depressionen, keine Schmerzen – auf und los. Dann wirst du wütend und weißt nicht, auf was du eigentlich wütend wirst. Es ist einfach diese unbefriedigende Situation und die zieht an dir, wie ein Loch im Zahn. 

Aber du bist eine Frohnatur, warst früher immer der letzte Partygast und jeder kannte deine Jokes und deine geile Laune. Willst du das nicht alles wieder zurückhaben? Aber klar doch!  

Dann kommt er aber, deine beknackter Bewohner: Der innere Mistsack. Kennst du ihn auch? Ich kannte ihn sehr gut – wir waren per „Du“- ich würde fast sagen: Wir waren sehr eng und intim miteinander. 

Jedes mal, wenn ich mir damals sagte: „Komm jetzt, mach schon, steh auf und bleib nicht passiv“ – dann kam er und fing an zu flüstern:

Hey Chris, ich bins. Jetzt hör mal zu, Alter. Willst du wirklich aufstehen und dich dem Tag stellen?Diese Anstrengung? Bitte, wenn du meinst… Du wirst ganz bestimmt null schaffen und am Ende bekommst du wieder Schmerzen. Willst du dich ernsthaft für heute Abend verabreden? Pfff, mach ruhig. Du musst ja eh wieder absagen, weil du es nicht auf die Kette bekommst. Du weißt doch…deine Grenze ist so schnell überschritten und dann geht wieder nix. Deine Freunde haben es dir doch schon so oft gesagt. Erinnere dich mal richtig. Jetzt komm, lass uns eine Runde Trübsal blasen und bleib liegen. Du meinst wohl, ich will hier alleine zurückbleiben, oder was?

Meine Reaktion war trotzig: Lass mich in Ruhe, okay, ich schaffe das schon! Ich bin stärker als du denkst!“

Aber der Mistsack war schon im System gelandet und hatte seine Zweifel gesät. Was ist, wenn er richtig liegt? Wahrscheinlich bin ich echt nicht belastbar und will es mir nicht eingestehen? Vielleicht wäre es am besten, wenn ich es mir einfach eingestehe und daran glaube, so falsch wird er schon nicht liegen. 

Dann habe ich gekämpft. Mit mir, mit der Welt und mit dem Mistsack. Es war kein fairer Kampf, obwohl ich krasse Vorteile hatte, aber dass wusste ich ja nicht – hier liegt auch der Knackpunkt!

Denn ich habe erst nach einer Weile gemerkt, dass ICH ihm diesen Raum und diese Größe gebe.

ICH lass zu, dass er überhaupt so dicke zu Wort kommt. Er hat eine Schwachstelle: Mich! Wenn ich ihm den Raum abziehe, kann er reden, bis ihm die Zunge zum Hals raushängt. 

Meine stärkste Waffe entstand in dem Moment, als mir Folgendes bewusst wurde: Wenn ich dem Mistsack eine Stimme geben kann, die mich runterzieht, dann kann ich ihm auch eine Stimme geben, die das nicht tut. Noch besser, ich kann ihm einfach die Power entziehen und ihn zu einem Weichei machen, zu einem Mini-Furz.

Der schlechte Nährboden wird entzogen!

Meine erste Übung bestand darin, die ersten Gedanken des Tagen sofort abzuwürgen und ihnen jeden schlechten Nähboden zu entziehen. Sobald mein Geist wach war, begann ich sofort innerlich „Stopp“ zu rufen und fütterte meine Gedanken mit allen Dingen, die mir große Freude bereiten und die mich glücklich machen. Ich dachte an die Sonne, an das Meer, an spielende Kids, riesige Räume und daran, dass alles viel schlimmer sein könnte, denn ich kann ja selbstständig aufstehen, mein Brot schmieren und werde in der Dusche nicht absaufen. 

Dann kam er gerne wieder, der „Herr Mistsack“ und wollte an mir ziehen. Dieses mal war ich vorbereitet und sagte ihm ein paar schöne Dinge: Hey Mistsäckchen, siehst du, wie dankbar ich bin, dass ich jeden Tag was zu Essen bekomme und wieviel Liebe in meinem Leben ist? Krass, oder? Er antwortete: Was soll denn der verschwurbelte Mist, willst du wohl einen auf positive Energie machen? Das Leben ist echt beschissen, vergiss das nicht. Ich entgegnete: Hab ich dir schon erzählt, was ich heute alles schaffen werde? Gerade habe ich irre entspannend meditiert und habe mit meinen Symptomen geredet. Ich habe ihnen erzählt, dass ich heute rausgehen werde, die Natur genieße und abends auch eine Freundin treffe. Dann quatschen wir und ich höre mir an, was sie so umtreibt. Leider habe ich gerade keine Zeit für dich.

Sag mal: Merkst du das auch?

Er antwortet verdutzt: Was denn? Ich: Na dieser Geruch? Bist du wieder ausgelaufen, weil du noch Windeln trägst? Du musst schnell zu Mami, beeil dich! Es ist Wickel-Time.

Er sagt trocken: Spinnst du? Ich antworte ihm: Was? Hää? ich kann dich so schlecht hören – miese Verbindung. Irgendwie ist es draussen so schön. Mach doch mal ein paar Wochen Urlaub bei Oma, die schmiert dir Butterbrote….

Krasse Geschichte oder? Klingt auf den ersten „Hör“ vielleicht etwas behandlungsbedürftig, aber wisst ihr was? Ich würde es jedem raten, der mich danach fragt. Klar, der Spruch: „die Schranken sind im Kopf“, ist abgeschmackt, aber bei allem was uns belastet:  Wir haben immer noch die Kontrolle darüber, wie laut diese Stimmen unseres Mistsacks sind und was wir daraus machen.

Es ist unser Tag, unser Körper, unser Leben, unser Traum, unser Ziel und unser Herz.

Wir leben im Außen, in dieser Welt und es wird Zeit, noch ein paar Fußstapfen zu hinterlassen – ganz egal, wer oder was dich bremst. 

Ich wünsche euch Liebe und Millionen von guten Gedanke.

Euer Chris🥰
Foto: Jana Schmöller – JS Fotografik

Chris Strobler

Chris Strobler ist ein Musiker, Comedian und Booking-Agent aus dem fränkischen Bamberg.

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