#10 Nur Wenn du an DICH denkst und achtsam bist, kannst du geben, vorher nicht

oder: Der richtige Treibstoff macht’s!

Habt ihr schon mal versucht, mit einem 500er Fiat aus den 50ern den Grand Prix von Monza zu gewinnen? Gut, für mich wäre das offenbar eh unmöglich, denn ich müsste mit einem aufgeschnittenen Dach fahren, um reinzupassen (oder die Füße müssen nach unten raus, wie bei Familie Feuerstein).

Aber egal, ich will jetzt gar kein Fass zum Thema „Größe“ aufmachen oder den Fiat in ein blödes Licht rücken, denn wie man sieht, ist der Kleine ja recht alt geworden und hat scheinbar auch im Schneckentempo einige Kilometer zurückgelegt. 

Ich hab ihn jedenfalls dafür bewundert und irgendwie kam mir beim Anblick dieses Gefährts ein schöner und beruhigender Gedanke:

Man kommt auch langsam ans Ziel, wichtig ist vielleicht eher, dass der Ölstand immer passt, genug Benzin im Tank ist und die Gelenke geschmiert sind. Ohne Energie rollt auch der schönste Reifen nicht. 

Ganz nebenbei: ein fetter Luxusschlitten fährt auch nicht ohne Energie! Ohne Sprit im Tank wird’s einfach eng. Mit Popel laufen die Dinger nicht und Backsteine passen nicht durch den Einfüllstutzen. Es muss also auch noch die richtige Energie rein und im Idealfall kommt mehr Energie rein, als raus geht. 

So, ab jetzt wird es auch für alle Nicht-Auto-Freaks interessant. 😉

Seit ich blogge komme ich mit sehr vielen interessanten Menschen in Kontakt und es werden natürlich auch Fragen an mich gestellt. Die Frage, die am meisten gestellt wurde, lautet:

Woher bekommst du die Energie, um auf Tour zu gehen, eine positive Grundhaltung an den Tag zu legen und uns auch noch mit deinen Weisheiten voll zu sülzen? Wie gehst du da vor, Chris?

Nun ja, erstmal muss ich sagen, dass ich natürlich auch üble Momente habe und dabei aussehe wie ein aufgeplatztes Kissen. Solche Tage gibt’s natürlich immer noch oft, wenn die Krankheit ihre übelste Fratze zeigt. Allerdings sind diese Tage sehr viel weniger geworden – warum? Der Trick liegt darin, mit den eigenen Kräften zu haushalten und vor allem immer wieder AUFZUTANKEN!

Früher war ich der schlechteste Tankwart der Welt!

Nach dem Motto „das Karma wird’s schon richten“ habe ich alles rausgehauen und mich gewundert: Hat das Karma eventuell Urlaub oder gerade schlechtes Netz? Haben wir einfach Kommunikationsschwierigkeiten oder will es mich verarschen? Ich geb‘ doch trotzdem so viel, obwohl ich Schmerzen habe…dabei habe ich einfach nicht gerafft, dass ich selbst dafür verantwortlich bin, auch zu nehmen. 

Wenn ich hier also konkret etwas empfehlen kann, dann Folgendes:

Seid achtsam mit euch, tut euch Gutes und seht immer wieder zu, dass mehr Energie reinkommt, als rausgeht. 

Gute und positive Energie kann nie genug reinkommen. Es ist wirklich so!

Das beginnt schon morgens mit dem ersten Gedanken, der einen in den Tag holt. Achtet sehr genau darauf, wie der Tag beginnt! Macht euch schöne Gedanken, döst morgens noch und denkt an den letzten Urlaub, an den Strand, an Herzen und an Liebe. Eben an alles, was euch in den Sinn kommt und euch positiv stimmt. Wenn man die Sinne morgens in den ersten Sekunden schon mit blödem Käse füllt, wird es echt schwierig. Macht euch einen leckeren Kaffee, lest etwas Lustiges, beschäftigt euch kurz mit ein paar Dingen, die euch gefallen und guttun. 

Führt eine kurze Meditation durch oder schaut in den Spiegel und lacht euch selbst an. (Wichtig: Nicht auslachen, sondern anlachen 😊)

Ich denke morgens z.B. oft an Kuchen (weiß der Geier warum, ich mach mir gar nichts aus Kuchen), aber irgendwie bringt einen der Gedanke an einen saftigen und geil riechenden Kuchen doch gut drauf, oder? Gegenprobe: denkt mal an alten, harten und stinkigen Kuchen – was passiert dann? Richtig, es wird einem schlecht. 😉

Aber genug mit den Beispielen, da hat jeder seine eigenen Dinge.

Wir müssen nur definitiv SELBST dafür sorgen, dass all diese Kraftgeber unseren Geist mit Zündstoff versorgen. 

NUR WENN DU AN DICH DENKST UND ACHTSAM BIST, KANNST DU GEBEN, VORHER NICHT.

Mit einem leeren Tank kann man nicht fahren und kann der Welt kaum was geben. 

Deswegen werde ich auch immer wieder ehrlich sagen, wenn ich gerade nichts geben kann, denn eins ist klar: Die Energie fließt immer schneller raus, als sie reinkommt. Und gerade bei Menschen mit chronischem Handicap, kann man davon ausgehen, dass der Tankvorgang sicher doppelt so lange dauert, der Speicher kleiner ist und gefühlt alles im dreifachen TGV-Tempo wieder den Körper verlässt. Da diese Rechnung nicht aufgehen kann, sage ich es nochmal:

Achtsamkeit, für positive Energie sorgen und euch mit guten Gedanken zu versorgen ist euer Hauptjob, auch wenn es oft schwer fällt – investiert in diesen Moment und lasst euch nicht davon abbringen. 

Und wenn es mal extrem schwer ist, morgens aufzustehen und der Weg zum Bad der Umrundung des Erdballs gleicht, stelle ich mir vor, dass ich der kleine Fiat bin. Schon ein bisschen älter, einige Dinge leicht defekt und nicht der schnellste. Wenn ich aber gut geschmiert bleibe, guten Treibstoff einfülle und mir die italienische Sonne auf den Rücken scheint, fahre ich noch viele Runden und werde es mit Vergnügen tun. 

SCHAFFE DIR SELBST DAS SCHÖNE! 

Das ist mein Schlüssel, um den elenden Beschwerden beizukommen. 

Habt euch lieb

Chris 

Chris Strobler

Chris Strobler ist ein Musiker, Comedian und Booking-Agent aus dem fränkischen Bamberg.

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